Dr. Lothar Späth
Grußwort für die German MBA Conference im November 2005 in Chicago
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Liebe MBA Studenten,
liebe Doktoranden,
sehr verehrtes Publikum,
wenn ich mich heute in der Welt umschaue und die vielen jungen Menschen sehe, die von diesen neuen Möglichkeiten Gebrauch machen, ihren Lebensweg schon zu Beginn auch ein wenig internationaler zu gestalten, dann bin ich eigentlich sehr zuversichtlich. Und zwar in zweierlei Hinsicht.
Zum einen denke ich, dass die globale Vernetzung der Wirtschaft bei den jungen, weltoffenen Menschen heute nicht mehr vorrangig als Bedrohung gefürchtet wird. Zum anderen verbindet sich für mich damit die Hoffnung, dass Europa, aber gerade auch Deutschland in diesen Tagen von jenem Spirit, den Sie verkörpern, profitieren kann. Es ist doch so, dass wir Deutschen in letzter Zeit sehr neidisch über den Atlantik oder auch nach Asien blicken und uns eine ähnlich dynamische Wirtschaft wünschen. Nur bleibt es bislang leider zu oft bei frommen Wunschvorstellungen oder halbherzigen Beschlüssen auf politischer Ebene, wie z.B. beim EU-Gipfel in Lissabon.
Aber in den letzten Jahren zeigt sich mehr und mehr, dass die Unternehmer und jungen Leute das Ruder selbständig in die Hand nehmen und den Kurs selbst bestimmen. Mut macht sich wieder breit und verdrängt die „German Angst“. Dabei ist der Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand von zentraler Bedeutung. Wenn Deutschland wieder zu alten Stärken zurückfinden will, müssen wir bereit sein, von den Besten zu lernen und den neuen, spannenden Entwicklungen offen gegenüberzustehen. Ich habe schon immer zu den Menschen gehört, die Vertrauen in die junge Generation haben, und ich bin mir sicher, dass gerade Sie es sind, die Deutschland in eine neue Zukunft führen können. Das wird Ihre große Aufgabe sein.
Ich wäre heute sehr gerne persönlich in Chicago bei Ihnen gewesen, doch leider war mir dies nicht möglich. Ich möchte der German MBA Conference daher auf diesem Weg ein gutes Gelingen und viele fruchtbare Gespräche wünschen.
Ihr
Dr. Lothar Späth |